Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) ist eine invasive Art, die 2004 nach Europa eingeschleppt wurde und sich seitdem rasant ausgebreitet hat. Im Jahr 2020 erfolgte der erste Nachweis in NRW und sie hat sich seitdem in Nordrhein-Westfalen flächendeckend ausgebreitet (Link zum Neobiota-Portal des LANUK). Sie ist eine Bedrohung für die Honigbienen und beeinflusst die gesamte Welt der Insekten. Die Art ist mittlerweile weit verbreitet, weshalb das Land NRW ab dem Jahr 2026 spezielle Förderkonzepte zum Schutz der Bienenvölker und Prämien zur Nestbeseitigung eingeführt hat.
Für mich Grund genug, das Gespräch mit den direkt betroffenen Imkern zu suchen. Am 23. Mai 2026 hatte ich Gelegenheit mit dem Vorsitzenden des ältesten Imkervereins Deutschlands, dem Imkerverein Straelen, Herrn Michael Verheyen und Kolleg*innen zu sprechen.
In einer eindrucksvollen Präsentation wurde die aktuelle Situation rund um die Ausbreitung der Asiatische Hornisse am Niederrhein vorgestellt. Die Art ist inzwischen flächendeckend verbreitet und schon jetzt – ganz am Anfang der Saison – liegen für 2026 über 90 Nestfunde im Kreis Kleve vor; eine vierstellige Zahl wird für dieses Jahr erwartet. Speziell ausgebildete Imker haben sich zu einer Arbeitsgruppe zusammengefunden, die mit hohem persönlichem Einsatz die Nestentfernung vornehmen. Wir haben das ganz konkret über die weitere notwendige Unterstützung gesprochen – so zum Beispiel die bessere finanzielle Förderung von Schutzkleidung und Lanzen zur Bekämpfung. Da viele Sekundärnester oft sehr hoch (25 Meter) in Bäumen hängen, bedarf es sehr langer und stabiler Lanzen, um an die Nester zu kommen.
Gleichzeitig ist klar, dass die Asiatische Hornisse sich fest etabliert hat und nicht mehr auszurotten ist. Es geht also darum, Gefahrenpunkte wie Bienenstöcke, Schulen und Kindergärten zu schützen und Nester in deren Umgebung zu entfernen. Es bleibt zu hoffen, dass sich in den nächsten Jahren auch natürliche Feinde wie zum Beispiel der Wespenbussard auf die Asiatische Hornisse einstellen und zu deren Reduzierung beitragen.
Ein weiteres Gesprächsthema waren weitere Gefährdungen der Honigbienen und Wildinsekten. Dazu gehören vor allem die verbreitete Anwendung von Pestiziden, die zu den am meisten unterschätzen Umweltgefahren unserer Zeit gehören; Hintergrundinformationen dazu finden sich hier.
Den engagierten Imker*innen gilt ein großer Dank für ihre Arbeit.


Fotos: Jannik Jugelt