Pressemitteilung. Auf Einladung des grünen Landtagsabgeordneten Dr. Volkhard Wille fand am Freitag, 2. Oktober 2026, bereits zum zweiten Mal ein Austausch zur aktuellen Situation des Niers-Express RE10 im nordrhein-westfälischen Landtag in Düsseldorf statt. An dem Gespräch nahmen Mitglieder der Interessengemeinschaft RE10 aus dem Kreis Kleve sowie Vertreterinnen und Vertreter des Verkehrsministeriums, des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR), der Rhein-Ruhr-Bahn (RRB) und der Deutschen Bahn (DB) sowie der DB InfraGo teil. Ziel des Treffens war es, Probleme offen zu benennen, gegenseitiges Verständnis zu fördern und gemeinsam zu erarbeiten, wie die Situation auf der Linie RE10 verbessert und verloren gegangenes Vertrauen der Fahrgäste zurückgewonnen werden kann.
„Die aktuellen Beeinträchtigungen beim Niers-Express RE10 sind für die Pendlerinnen und Pendler eine enorme Belastung. Umso wichtiger ist es, alle Beteiligten regelmäßig an einen Tisch zu bringen, Transparenz über die Ursachen zu schaffen und konkrete Verbesserungen einzufordern“, betonte Volkhard Wille, Landtagsabgeordneter für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. „Wir kommen nur weiter, wenn wir die Probleme sauber auseinander dröseln, Verantwortlich- und Zuständigkeiten klären und die Lösungsschritte gemeinsam besprechen und ihre Erledigung regelmäßig monitoren.“
Im Mittelpunkt des Austauschs standen folgende Fragen:
- die Ausschreibung für den Betrieb ab Herbst 2028 und ein möglicher Betreiberwechsel,
- die Anschaffung der Akku-Züge sowie deren Wartung und Instandhaltung,
- notwendige Baumaßnahmen an Gleisen, Bahnhöfen und Stellwerken und
- Organisation des Schienenersatzverkehrs.
Alle beteiligten Akteure machten deutlich, dass der Vertrauensverlust bei den Nutzerinnen und Nutzern der Linie RE10 sehr ernst genommen wird. VRR, RRB und Deutsche Bahn arbeiten eng und konstruktiv zusammen, um bestehende Probleme schnellstmöglich zu beheben. Gleichzeitig verwiesen sie darauf, dass viele Prozesse technisch und organisatorisch hochkomplex seien und Verbesserungen daher erst schrittweise sichtbar werden.
Ausschreibung und Betreiberwechsel
Die Neuvergabe der Linie RE10 läuft derzeit im Rahmen eines europaweiten Vergabeverfahrens. Die Entscheidung darüber, welches Eisenbahnverkehrsunternehmen die Verbindung künftig betreiben wird, soll im ersten Halbjahr 2027 fallen. Der neue Betreibervertrag soll zum September 2028 in Kraft treten und mit dem Abschluss zentraler Infrastrukturmaßnahmen zusammenfallen.
Fortschritte bei Wartung und Instandhaltung
Aktuell stehen 16 von 28 Fahrzeugeinheiten zur Verfügung. Als wesentliche Ursache für die eingeschränkte Verfügbarkeit wurden Probleme bei den Radsatzlagern genannt. Lange Lieferzeiten für Ersatzteile führen derzeit zu verlängerten Wartungszeiten. Die verantwortliche Betreiberin Transdev Rhein-Ruhr GmbH habe die Bereiche Instandhaltung, Reinigung und Funktionsfähigkeit der Toiletten jedoch priorisiert. Nach Angaben der Verantwortlichen sollen die erforderlichen Maßnahmen schrittweise umgesetzt und bis Ende 2028 abgeschlossen werden.
Infrastruktur bleibt entscheidender Faktor
Auch auf der Strecke selbst laufen zahlreiche Maßnahmen. Die Stellwerkproblematik gilt inzwischen weitgehend als behoben. Für 2028 ist eine Schienenerneuerung im Abschnitt Bedburg-Hau bis Kleve vorgesehen. Diese wird zeitgleich mit dem Ausbau der Ladeinfrastruktur für die neuen Akku-Züge in Kleve angegangen, um die Anzahl notwendiger Schienenersatzverkehre weitestgehend zu minimieren.
Als größte Herausforderung wurde weiterhin der stark belastete Streckenabschnitt zwischen Krefeld und Düsseldorf benannt, der auch in den kommenden Jahren ein Engpass bleiben wird. Dort stehen zudem einzelne Infrastrukturprojekte unter Finanzierungsvorbehalt des Bundes.
Kritik am Schienenersatzverkehr
Für alle Beteiligten steht außer Frage, dass lange Fahrzeiten, überfüllte Busse und nicht funktionierende Anschlüsse beim Schienenersatzverkehr für die Fahrgäste ein großes Problem sind. Die Vielzahl von Baustellen im Schienennetz löst einen erheblichen Bedarf an Ersatzverkehren aus. Gleichzeitig stehen in der gesamten Region nicht ausreichend Buskapazitäten zur Verfügung.
Wille begrüßte, dass die beteiligten Akteure den direkten Dialog fortsetzen: „Die Menschen am Niederrhein erwarten zu Recht eine zuverlässige Bahnverbindung. Dieser Austausch zeigt, dass an Lösungen gearbeitet wird. Entscheidend ist nun, dass die angekündigten Maßnahmen konsequent umgesetzt werden und die Verbesserungen für die Pendlerinnen und Pendler möglichst bald spürbar werden.“