Wolf, Saatkrähe, Waschbär, Biber und Nilgans: Wie balanciert man Artenschutz und Bestandsregulierung vernünftig aus?

Die öffentliche Debatte über Arten, bei denen es zu Konflikten mit menschlichen Interessen kommt, hat in den vergangenen Jahren erheblich an Bedeutung und Emotionalität gewonnen. Grund genug für die grünen naturschutzpolitischen Sprecher*innen der Bundesländer ihre Position in einem gemeinsamen Papier zu klären. Die Gründe für die zunehmenden Konflikte zwischen Artenschutz und Bestandsregulierung sind vielfältig:

  • Klimakrise, Globalisierung und Lebensraumveränderung führen dazu, dass viele Tierarten ihr Verbreitungsgebiet ändern oder Arten in Ländern auftauchen, in denen sie bisher nicht vorkamen.
  • Regional ausgerottete Arten wie zum Beispiel Luchs und Wolf kehren in alte Verbreitungsgebiete zurück.
  • Die durch den Menschen stark veränderte Kulturlandschaft führt einerseits zum Verschwinden vieler Arten, ermöglicht andererseits aber auch starke Bestandszunahmen von wenigen häufigen Arten.

Wir Grüne stehen hier für Kooperation, für Unterstützung der Betroffenen, aber zugleich für einen glaubwürdigen und wissenschaftlich begründeten Artenschutz, der gemäß EU-Recht den Abschuss als letzte Option nur nach nachgewiesenem Misserfolg anderer, weicherer Maßnahmen befürwortet. Dann soll dieser allerdings möglichst schnell und unbürokratisch erfolgen.

Wir setzen weiterhin auf die Kooperation von Artenschutz und Jagd. Hierfür ist es sinnvoll und notwendig, die Jagdgesetze wie auch Regelungen im Artenschutz weiterzuentwickeln. Zudem ist eine Bündelung der Zuständigkeiten auf den verschiedenen Ebenen erforderlich.

Inwieweit die Liste der jagdbaren Arten neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen entspricht, muss überprüft werden und entsprechend angepasst werden. In EU-Vogelschutzgebieten und Naturschutzgebieten müssen eigene Regelungen gelten, um ihrer vornehmlichen Aufgabe gerecht werden zu können.

Hier gibt es das vollständige Positionspapier (PDF).