Mit dem Umweltausschuss in Lettland

Im Oktober 2025 besuchte der lettische Landwirtschaftsminister NRW. In der vergangenen Woche nahm ich am Gegenbesuch des Ausschusses für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz in Lettland teil. Der Besuch fiel in eine unerwartet turbulente politische Woche in Lettland, in der zuerst der lettische Verteidigungsminister und dann die ganze Regierung zurücktrat. Außerdem wurde der lettische Landwirtschaftsminister und ein früherer Staatssekretär aufgrund von Korruptionsvorwürfen verhaftet.

Das eigentliche Besuchsprogramm war davon aber kaum betroffen und wir konnten eine Vielzahl von Einzelterminen wahrnehmen:

* Informationsgespräch im Landwirtschaftsministerium

* Besuch beim Dienst für ländliche Unterstützung (Nutzung von Satellitenbildern und künstlicher Intelligenz zur Landflächenanalyse)

* Gespräch mit Vertreter*innen des „Farmers Parliaments Lettland“ sowie dem Generaldirektor der Lettischen Wälder

* Besuch des Innovation Laboratory für öffentliche Verwaltung in der Staatskanzlei der Republik Lettland

* Informationsaustausch in der Deutschen Botschaft

* Besichtigung diverser Unternehmen der Land- und Forstwirtschaft (u. a. Baumschule Mazsili, Bio Venta, Schulte-Hötte Lettland, Firma Latraps und Pfeifer&Langen)

* Besuch der Lettischen Universität für Biowissenschaften und Technologie, des Wissenschaftlichen Instituts für Pflanzenschutz und des Institute of Enviromental Solutions

– Exkursion mit dem Naturschutzamt Sigulda in das LIFE-Projekt LatViaNature

– Treffen mit der Abteilung für Tourismus und Wirtschaftsentwicklung der Stadt Jürmala

Insgesamt hat mir die Reise eine sehr viele Eindrücke dieses interessanten und baltischen Landes gebracht, die für die Arbeit im Bereich Landwirtschaft, Natur- und Umweltschutz in NRW hilfreich sind. Auch wenn Lettland mit ca. 1,8 Millionen Einwohner viel kleiner als NRW ist und in weiten Teilen des Landes nur dünn besiedelt ist (31 Einwohner pro Quadratkilometer statt 529 in NRW) sind die Herausforderungen ähnlich und unterliegen auch dem gleichen europäischen Rechtsrahmen.

Die bedrückende Weltlage und die sehr konkrete Bedrohung der baltischen Länder durch Russland (Riga liegt nur 160 km von der russischen grenze entfernt) ist leider allgegenwärtig.

Im Rigaer Kongresshaus fand das Abschlusskonzert der 100. Saison des Lettischen Nationalen Symphonieorchesters statt. Solidaritätszeichen mit der Ukraine sind allgegenwärtig.