Zum Abschluss der Umwelttour 2026 haben wir die Wildpferde im Merfelder Bruch besucht. Mitten im Naturschutzgebiet Merfelder Bruch bei Dülmen lebt seit Jahrhunderten eine außergewöhnliche Herde – die Dülmener Wildpferde. Bereits im Jahr 1316 erstmals urkundlich erwähnt, gelten sie heute als die letzten frei lebenden Wildpferde Europas und stehen bis heute für eine einzigartige, lebendige Tradition ursprünglicher Wildpferdehaltung. In der weitläufigen Landschaft aus Wiesen, Heideflächen und Wäldern können die Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum beobachtet werden – ein besonderes Naturerlebnis mitten in Europa. Früher waren Wildpferde in weiten Teilen Mitteleuropas verbreitet. Mit der zunehmenden Besiedlung und landwirtschaftlichen Nutzung wurden ihre Lebensräume jedoch immer weiter eingeschränkt. Die Tiere zogen sich nach und nach in abgelegene Gebiete zurück, die vom Menschen kaum genutzt werden konnten. Ein Teil dieser Pferde fand im heutigen Merfelder Bruch einen dauerhaften Rückzugsort. Dort lebt die Herde bis heute in direkter Abstammung weiter. Mitte des 19. Jahrhunderts erkannte Alfred Herzog von Croÿ den besonderen Wert dieser freilebenden Pferde und stellte ihren angestammten Lebensraum unter privaten Schutz. Durch diese vorausschauende Entscheidung konnte der Fortbestand der Herde gesichert werden. Das rund 500 Hektar große Gebiet befindet sich bis heute im Besitz des Herzogs von Croÿ.
Seit 1956 steht der Merfelder Bruch offiziell unter Naturschutz. Im Zentrum aller Schutzmaßnahmen steht dabei der Erhalt eines Lebensraums, der den besonderen Ansprüchen der Dülmener Wildpferde gerecht wird und ihnen auch künftig ein naturnahes Leben ermöglicht. Darüber hinaus bietet der Merfelder Bruch zahlreichen Tier- und Pflanzenarten einen wertvollen Lebensraum. Heide- und Bruchlandschaften, Wasserflächen, Gräben, Wälder und alte Eichenbestände prägen das Gebiet und schaffen vielfältige Rückzugsorte für Vögel, Insekten und andere Wildtiere. So ist der Merfelder Bruch heute ein einzigartiges Zusammenspiel aus Natur- und Kulturlandschaft, in dem biologische Vielfalt geschützt und zugleich erlebbar wird.
Vielen Dank an den Generalbevollmächtigten Herrn Joachim Menke sowie Forstoberinspektorin Frau Friderike Rövekamp für die interessanten Einblicke und Erläuterungen in das in Mitteleuropa einzigartige Gebiet.






Fotos: Jule Heidbreder