Schon mal am Rhein spazieren gegangen und chemischen Geruch wie von Benzin an der Tankstelle wahrgenommen? Diese Gerüche könnten durch sogenannte Schiffsentgasungen verursacht worden sein. Wenn ein Tankschiff zum Beispiel Mineralölprodukte transportiert und entladen hat, verbleiben Flüssigkeitsreste und Chemikaliendämpfe wie das umwelt- und gesundheitsgefährdende Benzol im Tank. Vor einer Neubetankung des Schiffes müssen diese entsorgt werden. Viele Jahre geschah dies in Ermangelung von Reinigungs- und Entsorgungsanlagen meist während einer Leerfahrt besonders gerne in der Grenznähe zu den Niederlanden.
Nachdem das rechtliche Verbot der Schiffsentgasung in die Umwelt erlassen wurde, müssen nun die dafür notwendigen Entsorgungsstrukturen aufgebaut werden. Nachdem vor einigen Monaten eine stationäre Anlage im Deltaport-Hafen in Wesel in Betrieb genommen wurde, habe ich mir am 19. August 2026 auf Einladung der Grünen Fraktion im Regionalrat Düsseldorf eine mobile Anlage der Firma ETS Group GmbH im Hafen Duisburg angeschaut (https://ets-degassing.com/technologien-services/schiffsentgasungsstelle-im-hafen-von-duisburg/).
Betriebsleiter David Wendel und sein Team gaben uns einen guten Einblick in die Arbeitsweise der mobilen Schiffsentgasung. Die Schiffe können bei der Ein- oder Ausfahrt des Duisburger Hafens am Standort der mobilen Schiffsentgasung anlegen. Dort werden die Gase (und eventuelle Restflüssigkeiten) abgepumpt und vor Ort durch eine Hochtemperaturverbrennung umweltfreundlich entsorgt. Bei Bedarf kann die Anlage auch unkompliziert verlegt werden.
Schon vor über zehn Jahren wurde seitens Bündnis90/Die Grünen auf das Problem der umwelt- und gesundheitsgefährdende Schiffsentgasung hingewiesen. Dass es heute eine Lösung gibt, ist auch dem hartnäckigen Nachfragen und den parlamentarischen Initiativen zu verdanken. Grün wirkt!



