Am 14. Juli startete die diesjährige Umwelttour zum Oberthema „Boden“ am Rande des Großen Torfmoors in den Bastauwiesen bei Minden-Lübbecke. Moore spielen in vielerlei Hinsicht eine bedeutende Rolle: für den Natur- und Artenschutz, den natürlichen Klimaschutz und auch den Bodenschutz.
Unter fachkundiger Leitung von Herrn Deppe und Frau McLeod vom Geologischen Dienst NRW wurden die Aspekte Moorbodenhorizonte, Moorschwund, Moordegradation, Meliorationen und GW-Absenkung diskutiert. Der Zustand der Moore in NRW ist schlecht und die Moorkartierung des Geologischen Dienstes schafft eine wichtige Grundlage für Schutzmaßnahmen.

Zweite Station war das Naturschutzgebiet Eselsbett. Hierbei handelt es sich um ein knapp 12 Hektar großes Moorgebiet im Kreis Paderborn.



Nach dem 1. Weltkrieg wurde das Eselsbett zum Abbau von Moor- und Heilerde freigegeben. Mit von einer Lokomotive gezogenen Loren wurde das abgebaute Moor geborgen. Anschließend wurde es zu Kureinrichtungen nach Bad Driburg transportiert. 1970 wurde das Eselsbett unter Naturschutz gestellt und der Moorabbau eingestellt. Das Naturschutzgebiet Eselsbett besteht aus verschiedenen Lebensräumen: feuchte bis nasse Grünlandflächen, einem Niedermoorbereich und einem Hochmoorbereich. Besondere floristische Bedeutung besitzt das Eselsbett durch die hohe Anzahl vorkommender und gefährdeter Gefäßpflanzen. Die Vielfalt der Standorte im Naturschutzgebiet „Eselsbett“ hat dazu geführt, dass sich neben den bislang nachgewiesenen 258 Pflanzenarten auch eine sehr reiche Tierwelt ausbilden konnte, von denen einige Arten hoch spezialisiert und daher besonders gefährdet sind. Von den bislang 90 beobachteten Vogelarten sind in den Feuchtwiesen und im Moorkörper regelmäßig die Bekassine, die Rohrammer und der Wiesenpieper anzutreffen. Im Rahmen der LIFE-Finanzierung für Umweltvorhaben wurde die Wiedervermoorung des Eselsbetts, des Schwarzen Bruchs und des Sauerbachtals Bülheim als Projekt „Eggemoore“ finanziert. Die Biologische Station Kreis Paderborn – Senne und das Regionalforstamt Hochstift des Landesbetriebes Wald und Holz NRW reichten gemeinsam mit dem Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen einen kompetitiven Antrag bei der EU ein, der 2013 bewilligt wurde. Das Projekt kostete insgesamt 1,8 Millionen Euro, wovon die EU die eine Hälfte und die andere der Landesbetrieb Wald und Holz und das Land Nordrhein-Westfalen stellte.
